Dirk Hollerbach
HD | Holz | Handwerk


GESUNDE ALTBAUSANIERUNG

Im Zuge der Entwicklung unserer Umwelt haben wir die Verantwortung, jegliches Tun, unter Berücksichtigung der Natur, unserer eigenen Gesundheit und der Zukunft zu überdenken.

Meine Überzeugung ist es hierhingehend, auch das Umfeld im eigenen Zuhause weitgehendst mit gesunden Materialien zu gestalten und zu verwenden, welche später auf natürlichem Wege der Umwelt zurückgeführt werden können.

Die Veröffentlichung der Fortschritte, unserer privaten Altbausanierung, soll Interessierten ein Einblick über die Möglichkeit der Verwendung von gesunden und natürlich recycelbaren Materialien geben. Und unter Umständen auch zu einem Umdenken anregen.

Gerne beantworten wir Fragen zu unseren Arbeiten.

In den nächsten Wochen können Sie hier die Fortschritte mitverfolgen.


Vom Abriss bis zur Planung

Von allem etwas... das beschreibt die Materialien, welche in diesem Altbau verbaut waren, vermutlich am besten. Leider auch vieles, was z.B. in luftdichten Säcken verpackt, oder mit Schutzkleidung abgebaut werden muss.
Genau solche Dinge möchten wir nicht in der Umgebung wissen, in welcher wir leben, essen und schlafen. Darum musste das alles erst einmal raus.
In langwieriger Geduldsarbeit wurde alles bis auf die Grundbalken abgerissen, sortiert und fachgerecht entsorgt.

Als Bodenschüttung wurde vor Jahren Schlacke verwendet. Ein Abfallprodukt aus der Metall- und Kohleindustrie. Ein schrecklich staubiges Zeug, was zudem Schwermetalle aufweisen kann. Firma Blum GmbH aus Steinen rückte  mit schwerem Gerät an um die Massen an Schlacke fachgerecht abzusaugen und zu entsorgen.

In den nun leeren Räumen bekommt man erstmalig einen klaren Überblick über Beschaffenheit der Balken und Wände. Dieser besagte uns allerdings, das die Tragfähigkeit hier und da doch deutlich eingeschränkt und vor allem alles krumm und schief ist.

Jedoch konnte ab hier die Detailplanung los gehen.

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Planung

Die Grundlage unserer Planungen in der Übersicht:

-         durchhängende Balkenlagen

-         ein Stützenchaos im Dachstuhl

-         morsche und vom Holzwurm zerfressene Balken

-         Wasserschäden

-         Undichte Giebelwände

-         Uvm

Die Ziele kurz zusammengefasst:

-         Erneuerung des kompletten Dachstuhles, sowie beider Giebelwände

-         Sicherstellen einer statischen Tragfähigkeit der Zwischenbalken

-         Begradigung der Boden- und Deckenbalken

-         Wohnraumgestaltung über zwei Etagen

Für die Umsetzung dieser Ziele war uns wichtig, zum einen regionale Handwerksbetriebe mit den Arbeiten zu beauftragen, welchen wir fachlich vertrauen, und zum anderen Partner hinzuzuziehen, welche unsere Handlungsweise verstehen und in der Umsetzung unterstützen.

Bereits in der Planungs- und Vorbereitungsphase sind wir auf Grund der Beratung, Absprachen und bisherigen Zusammenarbeit überzeugt, die richtigen Partner für dieses Projekt an unserer Seite zu haben.

 

Vorbereitende Arbeiten

In den letzten Wochen liefen viele Arbeiten im Hintergrund.

Während die einzelnen Gewerke ebenso mit Materialzusammenstellung, Produktion und Arbeitsplanung beschäftigt waren, wurden hier alle möglichen Vorbereitungen getroffen.

Die Balkenlagen wurden zum Teil aufgedoppelt und mit seitlich angeschraubten Dielen eine ebene Grundlage für den künftigen Bodenaufbau, bzw die Decken geschaffen.

In die Zwischenräume wurde bereits eine Holzfaserdämmung eingesetzt.

Damit die nächsten Arbeiten absturzsicher erfolgen konnten, wurden leimfreie Massivholzplatten (GFM-Platten) verlegt, welche gleichzeitig die künftige Unterkonstruktion für den Bodenaufbau sein werden.

An der hinteren Giebelwand wurde bereits das Baugerüst gestellt, wodurch wir die Außenwand bis auf die letzte Lage abtragen konnten.

  • Anlieferung der GFM-Platten
  • Anlieferung der GFM-Platten
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Erfolgreiche Wochen

Die letzten Wochen waren sehr arbeitsintensiv und ohne Freunde und Familie nicht zu schaffen.

Für uns selbst war es immer wieder ein kleines Wunder, was an den einzelnen Tagen erreicht wurde.

Nachdem die Straße vor dem Haus gesperrt wurde, konnte das Gerüst, sowie der Baukran aufgestellt werden. In der ersten Woche mussten sämtliche restlichen Abrissarbeiten erfolgen. Dies umfasst neben beiden Giebelwänden, Teile der hinteren Hauswand und vor allem den kompletten Dachstuhl.

Zum Schluss wurden auf der Bodenfläche des Dachstuhles die GFM-Platten vollflächig verlegt.

Zu Beginn der zweiten Woche, der zugleich Ereignisreichsten Woche, wurden drei gefüllte Schuttcontainer abgeholt, sowie mehrere Anhängerladungen Abfall entsorgt.

Die Mengen dessen, was entsorgt werden musste, zeigten einmal wieder deutlich die Mengen an NICHT wiederverwertbaren Materialien in diesem Altbau auf. Vieles muss über die Restmüllanlage entsorgt werden. Abgesehen von erheblichen Entsorgungskosten, ist dies zugleich eine große Belastung für unsere Umwelt.

Alte Balken und Bretter hingegen konnten zum Beispiel an Nachbarn zum Heizen im Holzofen gegeben werden oder an einen Bekannten, welcher eine Überdachung daraus Bauen wird.

Dies bestätigte uns wieder einmal in unserer Entscheidung, für den Wiederaufbau möglichst natürliche Materialien zu verwenden.

In den folgenden Tagen überschlugen sich die Ereignisse.

Von der Anlieferung der Holz 100 Wandelemente für die Giebelwände und die hintere Außenwand erfolgte, über die Abholung der Balken für den Dachstuhl im Abbund-Werk, bis zum Wiederaufrichten des gesamten Dachstuhles. Und das alles in nur 5 Tagen.

Bereits am Samstag der 2. Woche konnten die ersten GFM-Sichtholzplatten auf den Dachsparren befestigt werden.

In den darauffolgenden vier Wochen wurde das Dach auf den GFM-Sichtholzplatten mit Holzfaser-Platten gedämmt, und mit Konterlattung versehen. Die Solaranlage auf dem Dach montiert, sowie die neue Heizungs- und Solaranlage im Keller installiert.

Dach- und Wohnraumfenster, sowie Balkontüren und die neue Haustüre wurden eingebaut. Der Kamin für den künftigen Holzofen ist ebenso errichtet.

Die Fassaden wurden ebenfalls mit Holzfaser-Platten gedämmt und mit naturbelassener Lärchenholz Rombusschalung verkleidet.

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Abgesehen von vielen kleinen Feinarbeiten sollten bis zum Jahresende die Blechner mit den Kupferarbeiten fertig werden und das Dach wieder mit Ziegeln eingedeckt sein.

Alles in allem eine rundum gelungene Bauzeit, dank sorgfältiger Planung bis ins kleinste Detail.

Hiermit verabschieden wir uns im neuen Jahr mit einer kleinen Arbeitspause und freuen uns darauf, gegen Frühling im Innenausbau wieder durchzustarten.